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Jochen Schweizer Erlebnismagazin
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Inside Abenteuer Vol. 6: Survival-Training: Kein Messer. Kein Feuerzeug. Kein Strom. Kein Problem?
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Inside Abenteuer Vol. 6: Survival-Training: Kein Messer. Kein Feuerzeug. Kein Strom. Kein Problem?

10.07.2026 Tim Schmidt Abenteuer erleben, Allgemein, Unsere Stories 0 Kommentare

Beim Survival Training von Jochen Schweizer in Irschenberg lernen Teilnehmende, wie sie draußen in der Natur zurechtkommen: Feuer machen, Trinkwasser finden und aufbereiten, einen Unterschlupf bauen, essbare Pflanzen erkennen und ruhig bleiben, wenn es nass, dunkel und ungewohnt wird.

Niko Hippe macht dieses besondere Outdoor-Abenteuer möglich und ist ein echter Survival-Experte – doch das war ein längerer Weg. Hippe war schon immer viel draußen. Zelten, Natur, Abenteuer – alles vertraut. Zumindest dachte er das. Als ihm eine Freundin von einem Survival-Kurs erzählte, nach dem man angeblich ohne jegliche Ausrüstung in der Wildnis überleben kann, war er erst einmal skeptisch. Er buchte den Kurs trotzdem – ohne zu ahnen, dass daraus eine mehrjährige Ausbildung werden würde. Hippe lernte, nur mit dem zu arbeiten, was die Natur hergibt: einen warmen Unterschlupf aus Laub, Moos oder Gras bauen, Trinkwasser finden und aufbereiten, aus Steinwerkzeugen, Holz und Pflanzenmaterialien ein Feuerbohrset herstellen – und das erste eigene Feuer möglichst nicht mehr ausgehen lassen.

Fünf Menschen liegen unter einem selbst gebauten Zelt

Bei seiner Abschlussprüfung war Niko Hippe fünf Tage in der Wildnis. Nur mit der Kleidung am Körper. Kein Messer. Kein Feuerzeug. Kein Schlafsack. Am Ende hatte er warm geschlafen, Wasser gefunden, Feuer gemacht, Nahrung gefunden und zubereitet und einen Unterschlupf gebaut. „Das war für mich ein prägendes Erlebnis“, sagt Hippe.

Heute gibt er dieses Wissen als Erlebnispartner von Jochen Schweizer weiter. In seinen Survival-Trainings geht es nicht darum, die Natur zu bezwingen, sondern darum, sie zu verstehen, mit ihr zu arbeiten und aus ihr heraus neue Sicherheit zu gewinnen – für jegliche Lebenssituationen, auch abseits der Wildnis.

Survival-Training als Übersetzungshilfe für die Natur

Hippe hat fünf Jahre Ausbildung hinter sich und mehr als 40.000 Euro in sein Wissen investiert. Gelernt hat er dabei nicht nur, welche Ausrüstung funktioniert, sondern vor allem, wie ein Leben in der Natur ohne jegliche Ausrüstung aussehen kann.

Sein Ansatz? „Ich unterrichte Prinzipien“, sagt Hippe. Wer nur weiß, welche konkrete Baumart sich für ein Feuerbohrset eignet, steht in einem anderen Land mit fremden Bäumen schnell ratlos im Wald. Wer aber gelernt hat, hartes und weiches Holz zu erkennen, kann dieses Wissen fast überall anwenden. Genau das macht Survival für ihn zu einer Art Übersetzungshilfe für die Natur. Aus Moos, Gras, Laub, Holz, Steinen und Pflanzen werden Ressourcen – quasi ein ziemlich gut ausgestatteter Werkzeugkasten.

Ein Mann trinkt Wasser an einem Bach im Wald

Challenge accepted: Zwei Monate Survival in den Karpaten

Wie weit dieses Wissen tragen kann, hat Hippe nicht nur in Trainings erlebt. Er war bereits zwei Monate in den Karpaten unterwegs, Europas größtem geschlossenen Laubwaldgebiet, und das ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Was für andere nach Ausnahmezustand klingt, wurde für ihn mit der Zeit alltäglich. Er begegnete sogar mehreren Braunbären.

Gegessen wurde, was die Umgebung hergab: Himbeeren, Brombeeren, Pilze, Wurzeln, Pflanzen, Brennnesselspinat, geröstete Samen, gekocht in selbst hergestellten Rindengefäßen. Sogar Kaffeeersatz entstand unterwegs: aus gerösteten und gemahlenen Hagebuttenkernen. Wer kein Gewicht verlieren möchte, muss jedoch jagen.

Warum Survival nichts mit dem Dschungelcamp zu tun hat

Trotz solcher Geschichten hält Hippe wenig vom Bild des Survival-Helden, der sich mit finsterem Blick durch Unterholz kämpft. „Die Natur ist nicht der Feind, gegen den man kämpfen muss, um zu überleben. Im Gegenteil.“, sagt er. Genau das sei eines der größten Missverständnisse.

Im Basiskurs geht es deshalb nicht um künstliche Härte, sondern um die vier Grundbedürfnisse: Schutz, Feuer, Wasser und Nahrung. Die Teilnehmenden bauen Unterschlüpfe, machen Feuer, bereiten Trinkwasser auf, beschäftigen sich mit Pflanzenkunde und lernen, wie Ausrüstung sinnvoll eingesetzt werden kann. Messer, Säge, Plane und Trinkflasche gehören für Hippe zu den praktischsten Begleitern. Gleichzeitig zeigt er, wie man mit weniger zurechtkommt, wenn es nötig wird.

Auch Essen aus der Natur gehört dazu, aber nicht als Dschungelprüfung. In den Kursen wird meist normal über dem Feuer gekocht, oft vegetarisch. Wildkräuter und selbst gesammelte Pflanzen können Teil des Menüs sein, Würmer und Maden müssen es nicht.

Ein Mann duscht sich unter einem natürlichen Wasserfall

Luftmatratze oder Laubbiwak?

Das vielleicht wichtigste Detail für alle, die bei Survival innerlich schon die Flucht planen: Niemand wird einfach in die Wildnis geworfen. Das Herausforderungslevel richtet sich nach den Menschen, die kommen.

„Wenn du eine Luftmatratze brauchst, bringst du eine Luftmatratze mit. Wenn du einen Taschenwärmer brauchst, nimmst du einen Taschenwärmer mit“, sagt Hippe. Wer in der Jurte, einem traditionellen Nomadenzelt, schlafen möchte, kann das tun. Wer ein eigenes Zelt dabeihat, schläft im Zelt. Wer unter dem Tarp, einer einfachen Zeltplane, liegen will, kommt dem Draußensein jedoch schon näher. Und wer sich richtig challengen möchte, schläft im selbstgebauten Laubbiwak.

In seinen Kursen treffen sich Bankmitarbeiter:innen, Unternehmer:innen, Aussteiger:innen, Naturfans und Menschen, die durch Formate wie z. B. „7 vs. Wild“ neugierig geworden sind. Manche suchen Abenteuer, andere einfach den Ausgleich. Alle entscheiden selbst, wie weit sie an diesem Wochenende gehen möchten.

Warum Regen der beste Survival-Trainer ist

Der Kurs findet in Bad Endorf statt, in einem Waldstück, das Hippe bestens kennt. Er ist dort geboren, kennt die Umgebung, die Ressourcen und das Wetter. Es gibt Holz, Wasser, Pflanzen, einen Bach und genug Raum, um Survival nicht theoretisch zu erklären, sondern auch praktisch auszuprobieren.

Abgesagt wurde laut Hippe noch nie ein Training. Auch nicht bei Regen. Im Gegenteil: Dann wird es erst richtig interessant. „Wenn es regnet, kommt die echte Herausforderung“, sagt er. Feuer bei Sonne zu machen, sei eine Sache. Feuer bei Regen zu entfachen, eine ganz andere.

Für den Unterricht steht eine große Jurte zur Verfügung. Dort kann gelernt, gekocht und bei sehr schlechtem Wetter Schutz gefunden werden. Trotzdem bleibt das Erlebnis draußen verankert. Denn genau dort zeigt sich, ob ein Unterschlupf wirklich isoliert, ob das Feuer funktioniert und ob man ruhig bleibt, wenn es dunkel, nass oder ungewohnt wird.

Ein Mann hält einen Kompass in der Hand

Die wichtigste Ausrüstung ist der Kopf

Für Hippe endet Survival nicht, sobald er den Wald verlässt. „Für mich ist Survival-Wissen im Alltag anwendbar“, sagt er. Denn auch im normalen Leben kommen Situationen, die herausfordern: Stress, Streit, Druck, Überforderung. Seine Regel aus dem Wald klingt simpel, ist aber ziemlich alltagstauglich: „Erst mal zuhören, ruhig atmen, denken und dann erst reagieren.“

Wer draußen vorschnell handelt, friert vielleicht nachts, weil das Biwak zu dünn gebaut ist. Wer sich 20 Minuten mehr Zeit nimmt, schläft warm. Für Hippe steckt genau darin der Transfer: Herausforderungen lassen sich nicht vermeiden. Man kann nur lernen, anders mit ihnen umzugehen.

Nach einem Survival-Wochenende bleibt deshalb mehr als ein paar neue Outdoor-Skills. Viele sehen die Natur danach mit anderen Augen: als Ort voller essbarer Pflanzen, Heilkräuter, Feuerbohrmaterial, Biwakbauressourcen und Trinkwasserquellen. Die Natur wird einfach lesbarer.

Das Survival Training bei Jochen Schweizer

Wer die eigenen Outdoor-Skills testen möchte, kann das Survival Training in Irschenberg über Jochen Schweizer buchen. Von Freitag bis Sonntag lernen die Teilnehmenden grundlegende Survival-Techniken, verbringen Zeit draußen im Wald und entscheiden selbst, wie weit sie aus der Komfortzone gehen möchten.

Das Erlebnis richtet sich an Einsteiger:innen ebenso wie an Outdoor-Fans, die ihr Wissen vertiefen wollen. Niemand muss ohne Ausrüstung losziehen oder sich künstlich abhärten. Aber wer möchte, bekommt die Gelegenheit, ein Wochenende lang auszuprobieren, wie viel Sicherheit in den eigenen Fähigkeiten steckt.

Die nächste Ausgabe von „Inside Abenteuer“ folgt im Juli.

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Tim Schmidt

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